Wie du in 20 Minuten bis zu 700 Kalorien verbrennst

20 Minuten trainieren kurz und effektiv statt zwei Stunden und das mit dem gleichen Effekt? Klingt zu gut um wahr zu sein? Das dachte ich mir auch. Klar habe ich mich dann direkt zu einem EMS Probetraining angemeldet. ;D

Vor der ersten Session war ich ziemlich nervös. Bevor es überhaupt erst losging wurde ich nämlich in einen feuchten Anzug mit Elektroden gesteckt und festgeschnallt. Durch ein Kabel wurde ich dann an ein Gerät angeschlossen, welches die Stromstärke regulierte. Die Stromimpulse bewirken, dass sich die Muskeln 15-mal stärker zusammen ziehen als bei einem normalen Bizeps-Curl.

Aber wie fühlt sich das an? Tut es weh? Wie ich das Training erlebt habe und ob ich es geschafft habe, in 20 Minuten 700 Kalorien zu verbrennen, erzähle ich dir gerne.

Woher stammt die Idee mit Strom zu trainieren eigentlich?

Mir wurde erzählt, dass EMS ursprünglich aus dem Reha-Bereich kommt. Dort wird es seit Jahren eingesetzt, um nach Verletzungen einem Muskelschwund durch Muskelstimulation vorzubeugen. Auch in der Physiotherapie wird das EMS-Training für den gezielten Aufbau von Muskeln eingesetzt. Die Elektroden, die in den Anzug eingearbeitet sind, lassen den Muskel auch dann arbeiten, wenn der Verletzte sich gar nicht bewegt. „Ganz beruhigend zu wissen, dass die Methode auch im medizinischen Bereich eingesetzt und für wirksam befunden worden ist“ dachte ich so bei mir.

„EMS-Training ist nützlich“

Dieser Meinung ist auch Professor Dr. Klaus-Michael Braumann,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention kurz DGSP

Wie läuft eine Trainingssequenz von 20 Minuten ab?

Zum Training muss eine spezielle Funktionswäsche getragen werden. Die Wäsche erinnerte mich beim ersten Anziehen irgendwie an meine Wärmeunterwäsche, die ich im Winter zum Skifahren trage. Das Shirt geht allerdings nur bis zu den Ellbogen, die Hose bis zum Knie.

Als nächstes musste ich dann in einen verkabelten Anzug mit Hüftgurt, Gilet und Manschetten für Arme und Beine steigen. Alles wurde gut festgezurrt. Der Innenteil wurde übrigens voher noch feucht gemacht, damit nachher der Strom besser leitete. Zum Glück blieb mir nicht viel Zeit zum Nachzudenken.

„Spring doch schon mal auf die Matte und lauf auf der Stelle, um dich einzuwärmen!“ lautete prompt die erste Anweisung.

Dann spürte ich deutlich die Elektroimpulse. Diese können durch die unterschiedlichen Elektroden in die wichtigsten Muskelgruppen geschickt werden und zudem je nach Körperpartie in der Stärke variiert werden. Der Impuls dauerte vier Sekunden an, dann folgten vier Sekunden Pause. Die Impulse liegen im sogenannten niederfrequenten Bereich und meine Angst, es könnte weh tun, verflüchtigte sich (kurzzeitig).

Es war schon kräfteraubend nur den Impuls allein auszuhalten. Um das Training dann noch ein wenig intensiver zu gestalten, bekam ich Kurzhanteln in die Hand gedrückt und Anleitungen zu Übungen, die ich immer während eines Impulses ausführen sollte. Zehn Minuten später spritzte mir der Schweiss aus allen Poren. Ich war schweissnass und bereits völlig am Ende. Noch zehn Minuten.

trainieren kurz und effektiv

„Soll ich die Stärke noch ein wenig raufdrehen?“ ruft mir meine Trainerin zu.

Unter uns: „Im EMS Training ist das nicht wirklich als Frage gemeint. ;D“ Die Intensität erhöhte sich. Jedesmal wenn der Impuls kam, zog sich bei mir alles zusammen. Kurzzeitig flammten in mir Erinnerungen an die Wehen während der Geburt meiner Söhne auf.

„Die letzten 30 Sekunden in der Hocke bleiben, durchhalten, das schaffst du!“

Ich stöhnte, hielt aber irgendwie durch. Dann (endlich! :D) war die Zeit abgelaufen und mein Anzug sendete keine Elektroimpulse mehr. Alles kribbelte und ich spürte jede einzelne Muskelfaser meines Körpers.

Der Lohn: Zwischen 600 und 700 verbrannte Kalorien!

Nach dem Duschen fühlte ich mich super. Nicht nur körperlich, ich wusste auch, dass ich ein Ganzkörpertraining in gerademal 20 Minuten absolviert hatte und zwischen 600 und 700 Kalorien abtrainiert hatte. Wie grossartig ist das denn?!

Mein Fazit

Auch wenn das Training kein vollständiger Ersatz für normales Krafttraining und Ausdauersport ist, ich habe EMS fix in meinen Trainingsplan aufgenommen, mit dem Ziel meinen Körperfettgehalt zu reduzieren. Dass ich nebenbei meine Rückenmuskulatur stärke, nehme ich als extra Plus gerne mit.



Ein herzliches Dankeschön an meine EMS Trainerinnen im
VIP Lady Fit in Chur,
die mich immer „hart aber herzlich“ an meine Grenzen bringen.

trainieren kurz und effektiv

About Alexandra

Testerin aus Leidenschaft * Ideenproduzentin * Mama * Bloggerin * Kreative Chaotin * Souverän in komplexen Situation * Naturliebhaberin * humorvoll * glücklich * dankbar *

5 thoughts on “Wie du in 20 Minuten bis zu 700 Kalorien verbrennst

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag

    Das ganze wirkt auf den ersten Blick ziemlich gewöhnungsbedürftig aus, denke aber, dass diese Ungewissheit ziemlich schnell nachlässt, wenn man bemerkt wie effektiv das Ganze ist. Wäre für mich in Zukunft auf jedenfall eine Überlegung wert ;D

    Gruß

    Martina

  2. Ich würde in dem lustig aussehenden „Taucheranzug“ schwitzen wie verrückt – ganz ohne Bewegungen … Scheint aber effektiv zu sein. Da ich sowohl an beiden Schultern als auch an der Lendenwirbelsäule operiert bin, kommt es für mich nicht in Frage. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und Spass beim Training.

    1. Hahaha, ja ich habe auch geschwitzt, – und wie! Meine Trainerin war dann aber so lieb und hat mir einen Ventilator aufgestellt. ;D Das Training ist sehr intensiv und wie immer, wenn man Beschwerden hat, ist es wichtig, vorher mit seinem Arzt zu sprechen. Ich denke es ist naheliegend, dass das Training auch für Schwangere und Menschen mit einem Herzschrittmacher nicht geeignet ist. Liebe Grüsse, deine Testbiene

    1. Bitte gerne, Fitnesscenter spriessen ja gerade aus dem Boden wie Pilze. Dieses hier ist nur für Frauen, das finde ich sehr angenehm, weil man „unter sich“ ist und sich auch keine Gedanken um’s Outfit während des Trainings machen muss. ;D Liebe Grüsse zurück, deine Testbiene

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