Happy, happy to me… Geheimnisse der Skandinavier für Glück und innere Balance.

Mein Geburtstag ist gleichzeitig auch immer ein Tag der Selbstreflexion. Was lief im letzten Jahr gut, was weniger, welche Ziele habe ich erreicht, welche nicht und woran lag das und schliesslich lege ich für mich selbst fest, an welchem Punkt ich einem Jahr stehen will. Mein Geburtstag ist immer kurz vor Weihnachten. In dem ganzen Trubel einen Moment der Stille und Ruhe zu finden, um sich und die eigene Stimme hören zu können, ist nicht immer einfach. 

Dieses Jahr haben mich meine Erinnerungen zurückgeführt, zu einer Reise, die ich vor etwas mehr als einem Jahr angetreten habe. Meine beiden Reisedestinationen waren Dänemark und Südschweden. Es war Herbst und das Wetter vor Ort war, sagen wir mal es war «skandivanisch». Sprich, es hat unaufhörlich geregnet. Trotz des gewöhnungsbedürftigen Wetters war ich in diesen paar Tagen so glücklich, wie schon lange nicht mehr. Zu diesem Glücksgefühl beigetragen haben sicherlich viele Faktoren, von einigen will ich dir erzählen, vielleicht kannst das eine oder andere für dich rausnehmen. Na dann, mach es dir mal so richtig kuschlig, mit deinem Lieblingsgetränk und irgendwo sollte eine Kerze brennen. Bereit? Dann los:

Das ewige Glück der Menschen

Die erste Station meiner Reise führte mich nach Kopenhagen. Was ich dort unbedingt sehen wollte, war die Statue der Meerjungfrau aus dem gleichnamigen Hans Christian Andersen Märchen. Diese Geschichte liebe ich seit Kindertagen. Eine Meerjungfrau rettet einen jungen Mann vor dem Ertrinken und verliebt sich in ihn. Um in seiner Nähe sein zu können, bittet sie eine böse Meereshexe um einen Zaubertrank, der sie in einen Menschen verwandeln soll. Sie akzeptiert die Bedingungen, die an den Zauber geknüpft sind. Die Geschichte endet tragisch, denn zum Schluss verliebt sich der junge Mann eine andere. Die Meerjungfrau hätte sich selbst retten können, indem sie ihn an seinem ersten Hochzeitstag mit einem Messer ersticht, aber das bringt sie nicht fertig und opfert sich stattdessen selbst. Sie springt ins Wasser und wir zu Schaum auf den Kronen der Wellen. Dabei stirbt sie jedoch nicht, sondern verwandelt sich in einen Luftgeist. Damit hat sie die Möglichkeit, durch gute Handlungen eine unsterbliche Seele zu erlangen und so an dem „ewigen Glück der Menschen“ teilzuhaben.

Glück kann man nicht beschreiben, Glück muss man fühlen

Das ewige Glück der Menschen, darüber wollte ich mehr in Erfahrung bringen und besuchte einen Vortrag von Meik Wiking. Meik ist CEO des Kopenhagener Institut für Glücksforschung, internationaler Keynote Speaker und Autor des New York Times Best-Sellers “The Little Book of Hygge: Danish Secrets to Happy Living”. In seinen Vorträgen, wie auch in seinem Buch geht es um das schwer zu umbeschreibende Lebensgefühl der Dänen, das sie „hygge“ nennen.

 Auf die Frage wie denn Meik das Gefühl „hygge“ umschreiben würde, antwortete dieser: „Einer der grössten Philosophen unserer Zeit, wurde einst gebeten, ein Gefühl zu buchstabieren. Worauf hin dieser erwiderte, ein Gefühl kann man nicht buchstabieren, man muss es fühlen. Mit dem Beschreiben von Gefühlen verhält es sich da ganz ähnlich“ Kluge Worte dachte ich so bei mir. Meik weiter: „Falls ihr das nachlesen wollt, den Philosophen, den ich hier anspreche ist Winnie the Pooh“ ;D.  

Hygge ist also die Beschreibung eines Gefühls, das eine Stimmung beschreibt. Ausgelöst wird das Gefühl oft durch eine besonders gemütliche Atmosphäre. Kein Wunder also, werden in Dänemark soviele Kerzen im Jahr verkauft, wie sonst nirgends auf der Welt ;D.

Was ich aus dem Vortrag für mich mitgenommen habe, ist der einfache Grundsatz, dass es am Ende vor allem darum geht zu lernen, voll und ganz im Moment zufrieden zu sein.  

Die besten Dinge im Leben kosten nichts  

Es gibt aber noch mehr, denn nebst der Kunst es sich richtig gemütlich zu machen, spielen noch andere Aspekte eine wichtige Rolle: Gemeinschaft, Geld, Gesundheit, Freiheit, Vertrauen und Freundlichkeit. In Dänemark werden diese Einflussfaktoren auf Glück unter „Lykke“ zusammengefasst. In Dänemark werden Beziehungen, Freundschaften und Familienzusammenhalt hingebungsvoll gepflegt. Die Dänen geben auch nicht viel Geld für Lebensqualität aus. So bleiben sie zum Beispiel fit, weil sie überall mit dem Fahrrad hinfahren, haben viel Freiheit im Job dank flexibler Arbeitszeiten und staatlich bezahlten Krippenplätzen. Sie vertrauen auf das Gute im Menschen, sind offen und nett zueinander. Egal wo man hinkommt, überall nehmen die Menschen sich Zeit ein paar Worte miteinander zu reden. Auch mit mir, einer völlig Fremden.  

Lykke bedeutet für mich, dass ich mein Geld nicht in Dinge sondern Erlebnisse investiere. Das schönste Geschenk ist für mich deswegen auch, wenn mir ein anderer Mensch etwas seiner Lebenszeit schenkt, um mit mir gemeinsam etwas zu unternehmen.

Gemeinschaftssinn und gesunder Egoismus 

Mal Hand auf’s Herz hast du nicht auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, nach Schweden auszuwandern? Es ist längst kein Geheimnis mehr: Das Land von Ikea, Fleischbällchen und Elchen ist führend im Bereich der Work-Life-Balance. Was bei den Dänen „hygge“ und „lykke“ ist, ist bei den Schweden „lagom“. Lagom steht sinnbildlich dafür, die richtige Balance im Leben zu finden. Also keinen Mangel an etwas zu haben, aber auch nichts im Überfluss zu haben, was man eigentlich gar nicht braucht. Übersetzt in die Arbeitswelt heisst das, im Job gut ausgelastet zu sein, aber nicht so sehr, dass es in Stress ausartet und schlimmstenfalls sogar die Kaffeepause ausfällt. (Für mich ja die absolute Horror-Vorstellung ;D). Was für die Schweden auch zu einem ausbalancierten Leben gehört, ist auf die Interessen der anderen genauso zu achten, wie auf sich selbst. Deswegen machen die Schweden auch immer pünktlich Feierabend. Länger bleiben und Überstunden machen ist in Schweden verpönt.  

Auch wenn mein Umfeld mich als Workaholic bezeichnet: Ja, wenn ich arbeite, dann arbeite ich. Mit Freude, Energie und ganz viel Enthusiasmus. Wenn die Arbeitszeit aber um ist, dann ist sie um. Dann gehe ich pünktlich und ohne schlechtes Gewissen, denn die Zeit, die ich im Anschluss mit meiner Familie und meinen Freunden verbringe, brauche ich, um wieder Kraft zu tanken.   

Die bevorstehenden Tage bieten ganz viel Potenzial, die gelernten Konzepte aus dem hohen Norden umzusetzen. Viel Zeit für geselliges Beisammensein bei Kerzenschein und hey, falls du noch kein Geschenk gekauft hast, lass es doch einfach. Überleg dir stattdessen, wie du gemeinsame Lebenszeit in Erlebnisse mit anderen investieren kannst, an die ihr euch später gemeinsam noch lange erinnern könnt.

 Eine schöne Weihnachtszeit für dich und alle deine Lieben, deine Testbiene


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